Selbstgesteuertes Lernen bedeutet, den Fokus auf den Lernprozess zu legen, nicht ausschließlich auf den Lerngegenstand. Es beschreibt eine Lernform, in der Lernende eigenverantwortlich, motiviert und reflektiert ihren Lernweg gestalten und dabei Verantwortung nicht nur für Inhalte, sondern auch für Strategien, Zeitmanagement und die eigene Motivation übernehmen (Konrad & Traub, 2018, S. 9).
Zwischen Selbst- und Fremdsteuerung
Wichtig dabei: Selbstgesteuertes Lernen bedeutet nicht völlige Autonomie. Es bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Selbst- und Fremdsteuerung, Lehrende bleiben zentral, indem sie den Prozess begleiten, strukturieren und gezielt Impulse setzen. Besonders wirksam wird selbstgesteuertes Lernen durch eine regelmäßige Feedbackschleife und dann, wenn Studierende über geeignete Lernkompetenzen verfügen: wenn sie „Lernen lernen".
Ein hartnäckiger Mythos
Ein weitverbreiteter Irrglaube ist die Einteilung in Lerntypen oder Lernstile. Studien zeigen: Nicht die Art der Reizaufnahme entscheidet über den Lernerfolg, sondern die Bedeutung, die Lernende einer Information geben. Statt auf diesen Mythos zu setzen, sollten Studierende angeleitet werden, Inhalte zu reflektieren, in neue Kontexte zu übertragen und eigenständig zu strukturieren.
Die Rolle der Lehrenden
Lehrpersonen unterstützen den Lernprozess, indem sie ab der ersten Sitzung ein gemeinsames Verständnis von Zielen, Methoden und Rollen entwickeln. Transparente Kommunikation, Methodenvielfalt, konstruktives Feedback und eine etablierte Fehlerkultur fördern das Kompetenzerleben der Studierenden und stärken deren Selbstwirksamkeit.
Umgang mit Prokrastination
Zentral ist auch der Umgang mit typischen Hürden wie Prokrastination. Techniken wie die Ritualisierung des Lernstarts, Aufgabenstrukturierung oder Peer-Feedback erleichtern den Einstieg und helfen, dranzubleiben. Tools wie Lerntagebücher, Sicherheitschecks oder Classroom Assessment Techniques stärken zusätzlich die Reflexionsfähigkeit, eine Schlüsselkompetenz für gelingendes selbstgesteuertes Lernen.
Kurzum: Gelingendes Lernen ist kein Zufall. Es braucht Anleitung, Begleitung und Räume, in denen Studierende sich fachlich wie persönlich ausprobieren und weiterentwickeln können.
Studierende gezielt beim selbstgesteuerten Lernen unterstützen: Ein Überblick
Damit selbstgesteuertes Lernen gelingt, sind sowohl das eigenverantwortliche Handeln der Studierenden als auch die begleitende Unterstützung durch Lehrende entscheidend. Die folgende Übersicht zeigt zentrale Maßnahmen beider Seiten:

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