Über die Universität hinaus: Themen, die mich aktuell besonders beschäftigen
Diese Themen und Projekte entstehen aus eigenem Antrieb und Interesse, unabhängig von institutionellen Vorgaben.
Gegenwärtig widme ich mich mit besonderer Intensität zwei Themen, die eine signifikante Transformation der Bildungs- und Arbeitswelt in den kommenden Jahren bedingen werden. Ich bin der festen Überzeugung, dass fundierte Kenntnisse in diesen Bereichen heutzutage nicht mehr als eine Option, sondern vielmehr als eine unabdingbare Voraussetzung für verantwortungsvolles Handeln betrachtet werden müssen.

KI in der Lehre: von der Hochschule bis zur betrieblichen Ausbildung
Künstliche Intelligenz verändert Lehr- und Lernprozesse längst nicht mehr nur an Hochschulen. Ob Hochschullehre, Erwachsenenbildung, Lehrlingsausbildung oder unternehmensinterne Academies, überall stellt sich dieselbe Grundfrage:
Wie lässt sich KI didaktisch sinnvoll einsetzen, statt sie nur additiv zu nutzen?
Genau hier setze ich an und mit einem Blick, der technisches Verständnis und pädagogische Wirksamkeit gleichermaßen ernst nimmt:
🔹Personalisiertes Lernen: Wie KI individuelle Lernpfade, adaptive Übungsformate und differenziertes Feedback ermöglicht, ohne Lehrende zu ersetzen, sondern ihre Kapazität gezielt zu erweitern.
🔹KI als Tutoring- und Feedback-Assistenz: Einsatz von KI-Chatbots und -Assistenzsystemen zur Beantwortung von Rückfragen, zur Vorbereitung auf Prüfungen oder zur Reflexion eigener Lernfortschritte.
🔹Content-Erstellung und Kursentwicklung: Wie generative KI-Tools die Erstellung von Lernmaterialien, Fallbeispielen und Übungsaufgaben unterstützen können bei gleichzeitiger kritischer Qualitätskontrolle.
🔹Assessment und Prüfungsgestaltung: Wie Lernergebnisse und Prüfungsformate an eine Welt angepasst werden müssen, in der KI-Tools jederzeit verfügbar sind und wie Prüfungsintegrität dabei gewahrt bleibt.
🔹Learning Analytics: Der reflektierte Einsatz datengestützter Verfahren zur Analyse von Lernfortschritt und Kursqualität.
🔹Kompetenzaufbau bei Trainer:innen und Ausbildner:innen: Der Aufbau von "Agentic Literacy" und Prompt-Kompetenz als neue Schlüsselqualifikation gerade für Lehrlingsausbilder:innen und betriebliche Weiterbildner:innen, die oft ohne didaktische Vorbildung mit diesen Tools konfrontiert sind.
🔹Rechtlicher und ethischer Rahmen: Was der EU AI Act (insbesondere die KI-Kompetenzpflicht nach Art. 4) für Bildungseinrichtungen und Unternehmen konkret bedeutet.
Diese Auseinandersetzung ist die Basis zur KI-Kompetenzentwicklung, ob für ein einzelnes Kollegium, eine In-House Academy oder eine Ausbildungsabteilung. Wenn Sie überlegen, wie KI in Ihrer Organisation didaktisch sinnvoll ankommen soll, freue ich mich über einen fachlichen Austausch dazu.

Deep Fakes: Technologie, Entwicklung und die Gender-Dimension
Ein zweites Thema, mit dem ich mich intensiv auseinandersetze, liegt an der Schnittstelle von KI-Technologie und gesellschaftlicher Verantwortung: Deep Fakes.
Was vor wenigen Jahren noch aufwendige technische Expertise erforderte, ist heute in Minuten und mit kostenlosen Tools möglich. Ein überzeugendes, gefälschtes Video lässt sich mittlerweile in unter 25 Minuten ganz ohne Kosten erstellen, eine Stimme bereits aus wenigen Sekunden Audiomaterial klonen (Adaptive Security, 2026; The Global Statistics, 2026). Möglich macht das der technologische Fortschritt bei generativen Modelle, kombiniert mit frei zugänglicher Rechenleistung und benutzerfreundlichen Consumer-Apps, die keinerlei Fachwissen mehr voraussetzen.
Aktuelle Studien zeigen zudem: Rund 68 % der Deep Fakes sind mittlerweile kaum noch von echtem Material zu unterscheiden, in kontrollierten Tests konnten nur 0,1 % aller Teilnehmenden zuverlässig zwischen echt und gefälscht unterscheiden (The Global Statistics, 2026).
Besonders bedeutsam und der Grund, warum ich mich mit diesem Thema auch aus einer Gender-Perspektive beschäftige: Seit der ersten systematischen Untersuchung durch Deeptrace (2019) zeigt sich konstant, dass 96–98 % aller online kursierenden Deep Fake-Videos nicht-einvernehmliche intime Inhalte sind und 99–100 % der Betroffenen Frauen (Ajder et al., 2019; aktuell bestätigt u. a. bei Adaptive Security, 2026). Deep Fakes sind damit keine geschlechtsneutrale Technologiefrage, sondern eine Form technologiegestützter geschlechtsspezifischer Gewalt (technology-facilitated gender-based violence), ein Zusammenhang, der auch auf EU-Ebene zunehmend anerkannt wird, etwa durch die Richtlinie (EU) 2024/1385 zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen sowie durch die Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Inhalte nach Art. 50 EU AI Act. Die schiere Leichtigkeit der Erstellung trifft hier auf eine bestehende gesellschaftliche Schieflage und genau dieses Zusammenspiel aus technischer Machbarkeit, rechtlichem Rahmen und gesellschaftlicher Wirkung ist es, das mich an diesem Thema besonders interessiert und in meine aktuelle Forschungsarbeit einfließt.

Mit beiden Themen setze ich mich aktuell aktiv auseinander.
Die Ergebnisse meiner eigenständigen Recherche- und Forschungsarbeit dazu werde
ich auf dieser Website veröffentlichen, sobald fundierte Erkenntnisse vorliegen.
Es lohnt sich also, hin und wieder vorbeizuschauen.

Quellen
Ajder, H., Patrini, G., Cavalli, F., & Cullen, L. (2019). The state of Deep Fakes: Landscape, threats, and impact. Deeptrace.
Chesney, R., & Citron, D. (2019). Deep fakes: A looming challenge for privacy, democracy, and national security. California Law Review, 107, 1753–1820.
European Union. (2024). Directive (EU) 2024/1385 of the European Parliament and of the Council on combating violence against women and domestic violence. Official Journal of the European Union.
European Union. (2024). Regulation (EU) 2024/1689 (Artificial Intelligence Act). Official Journal of the European Union. https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1689/oj
The Global Statistics. (2026). Deepfake statistics 2026: Cases, victims & key facts. https://www.theglobalstatistics.com/deepfake-statistics/
Ich arbeite als Projektmitarbeiterin am Zentrum für Lernsystemgestaltung und -transformation im Department für Weiterbildungsforschung und Bildungstechnologien der Universität für Weiterbildung Krems an mehreren national und europäisch geförderten Forschungsprojekten. Sie verbinden wissenschaftliche Fundierung mit praktischer Anwendung. In allen Projekten bringe ich mein Know-how aus Instructional Design, Kompetenzrahmen-Arbeit und hybrider Lehre gezielt ein.

Laufende Projekte
DigiSET | Digitally Sustainable European Teacher Academy
Projektzeitraum: 01.01.2026–31.12.2028
Erasmus+-Projekt zur Entwicklung eines zertifizierbaren, europaweit anschlussfähigen Rahmens für die digitale Kompetenzentwicklung von Lehrpersonen, umgesetzt in Zusammenarbeit mit Partnerinstitutionen in mehreren europäischen Ländern. Im Zentrum steht dabei nicht nur die Frage, wie sich digitale Kompetenz von Lehrenden nachhaltig und über Ländergrenzen hinweg vergleichbar aufbauen und nachweisen lässt, sondern zunehmend auch, wie Lehrkräfte KI sinnvoll, reflektiert und didaktisch wirksam in ihren Unterricht integrieren können.
Hier verbinde ich zwei meiner zentralen Schwerpunkte unmittelbar miteinander: meine Auseinandersetzung mit europäischen Kompetenzrahmen (DigComp, NQR/EQR) und meine vertiefte Beschäftigung mit KI in der Lehre. Ich bringe in dieses Projekt konkret ein, wie sich KI-Kompetenz für Lehrpersonen fassbar, überprüfbar und in bestehende Kompetenzrahmen integrierbar machen lässt, von der reflektierten Nutzung generativer KI-Tools im Unterricht bis zum systematischen Aufbau von KI-Kompetenz als fixem Bestandteil zeitgemäßer Lehrkräftequalifikation.

Building Regional Innovation Ecosystems (BRIE)
Projektzeitraum: 01.01.2025–31.12.2027
 
EU-gefördertes Projekt zur Stärkung regionaler Innovationsökosysteme. Im Fokus stehen der Wissenstransfer zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Region sowie der Aufbau nachhaltiger Kooperationsstrukturen für Innovation und Weiterbildung.

Hybride Lehr-Lern-Räume in der Schule
Projektzeitraum: 01.09.2024–31.08.2027
Forschungsprojekt zur Gestaltung hybrider Lehr-Lern-Räume im schulischen Kontext mit der Frage, wie physische und digitale Lernumgebungen so aufeinander abgestimmt werden können, dass sie zeitgemäßes, flexibles Lernen wirksam unterstützen.
In diesem Projekt liegt bringe ich meine empirisch fundierten Erkenntnisse zu didaktischer Konzeption, technischer Ausstattung und Gelingensbedingungen hybrider Lernräume ein. Weiters habe ich die Lehrkräfte dabei unterstützt, gemeinsam mit den Schüler:innen ein ePortfolio aufzubauen, das zur Reflexion und Dokumentation des Lernprozesses sowie als Bewerbungsunterlage für die Zukunft genutzt werden kann.
​​​​​​​Eine laufend aktualisierte, vollständige Übersicht meiner Projekttätigkeit finden Sie in der 

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